BISSCHEN BESSER

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In jeder Ausgabe erzählen Abonnent*innen hier, was Du für mehr Inklusion und Barriere-Freiheit tun kannst. 

  1. Probier das: Hilfe annehmen 
  2. Sag das: Barriere-arm

Probier das

Hilfe annehmen

FIliz lebt mit künstlichem darm-ausgang. Was rät sie anderen Menschen mit unsichtbaren behinderungen? 

Das ist Filiz.
Sie wohnt in Tübingen in Deutschland. Sie ist 34 Jahre alt. Sie ist Frisörin und lebt mit einem künstlichen Darm-Ausgang und Epilepsie. 

 

Filiz wünscht sich Austausch mit anderen Menschen mit künstlichem Darm-Ausgang. Du kannst ihr eine E-Mail schreiben: [email protected]

1. WC-Schlüssel beantragen

 

Wenn ich unterwegs bin ist es für mich sehr wichtig zu wissen, wo Toiletten sind. Seit ein paar Jahren habe ich einen EURO-WC-Schlüssel. Alle Menschen, die einen Behinderten-Ausweis haben, können den Schlüssel haben. Er ist nicht teuer und gilt in ganz Europa. Das gibt mir eine gewisse Sicherheit. Im Sommer war ich zum Beispiel auf der Insel Sylt. Da waren alle Klos abgesperrt, aber mit dem Schlüssel konnte ich aufsperren.

2. Grenzen setzen 

 

Man sieht mir meine Behinderung nicht an. Weder den Darm-Ausgang noch die Epilepsie kann man sehen. Ich habe lange gedacht: Wenn man mir das nicht ansieht, muss ich so tun als ob ich nichts habe. Darum habe ich lange über meine Grenzen hinaus gearbeitet. Ich habe auch oft erlebt, dass Menschen mir meine Behinderung nicht glauben und ich mir Sprüche anhören muss. Ich würde mir unheimlich wünschen, dass es reicht, wenn ich einfach meinen Schwerbehinderten-Ausweis vorzeige.

3. Hilfe annehmen 

 

Ich rate Menschen mit Behinderungen: Streckt alle Fühler nach Hilfe aus. Ich konnte ganz lange keine Hilfe annehmen, weil ich dachte, das ist schwach. Aber das war der falsche Zugang. Jetzt nehme ich jede Hilfe an, die ich bekommen kann. Ich bin genauso viel wert, wie alle anderen Menschen auch. Ich bin immer mutiger geworden und frage mehr um Hilfe.

Sag das

Barriere-arm

WAS IST DER UNTERSCHIED ZWISCHEN BARRIERE-FREI UND BARRIERE-ARM?

Barrieren machen Teilhabe für Menschen mit Behinderungen schwierig. Barrieren sind zum Beispiel: Treppen oder schwierige Sprache. Ein wichtiges Ziel ist deshalb: Barriere-Freiheit. Barriere-Freiheit bedeutet: Alle Menschen können überall mitmachen und alles nutzen – ohne Hindernisse und ohne fremde Hilfe. Das ist gar nicht leicht. Deshalb kann man auch sagen: Etwas ist barriere-arm. Dann hat es weniger Hindernisse. Aber es sind noch manche Barrieren da. 

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