Thomas Seilinger hat
3 Jahre in Armut gelebt.
Eigentlich hatte er genug Geld.
Aber ein Mann hat ihm
viel Geld weggenommen.
Der Mann sollte Thomas Seilinger
eigentlich unterstützen.
Warum konnte der Mann
ihm Geld wegnehmen?
Dieser Text spielt in Österreich
Thomas Seilinger ist 53 Jahre alt.
Er lebt in Österreich.
Thomas Seilinger heißt eigentlich anders.
Aber er will nicht,
dass sein richtiger Name bekannt wird.
Thomas Seilinger hat eine psychische Krankheit.
Bei psychischen Krankheiten
geht es um die Gedanken und Gefühle.
Wegen der Krankheit kann Thomas Seilinger
manche Dinge nicht selbst entscheiden.
Er braucht Hilfe bei Geld-Sachen.
Deshalb hat Thomas Seilinger
einen Erwachsenen-Vertreter.
Das ist eine Person,
die für andere Menschen wichtige Dinge entscheidet.
Zum Beispiel:
für Menschen mit psychischen Krankheiten
für Menschen mit Lern-Schwierigkeiten.
Thomas Seilinger ist etwas Schlimmes passiert.
Ein Erwachsenen-Vertreter hat
Thomas Seilinger viel Geld weggenommen:
Ungefähr 27 Tausend Euro in 3 Jahren.
Geld weggenommen statt geholfen
Erwachsenen-Vertreter*innen
sind oft Verwandte von den Menschen, die Hilfe brauchen.
Manchmal gibt es aber keine Verwandten.
Dann bekommt man von einem Gericht Erwachsenen-Vertreter*innen.
2024 hatten ungefähr 35 Tausend Menschen in Österreich
Erwachsenen-Vertreter*innen von einem Gericht.
Thomas Seilinger hat selbst zum Gericht gesagt:
Ich brauche einen Erwachsenen-Vertreter.
Wie konnte der Erwachsenen-Vertreter
Thomas Seilinger viel Geld wegnehmen?
Die Aufgabe vom Erwachsenen-Vertreter war:
Er sollte sich um das Geld
von Thomas Seilinger kümmern.
Deshalb hat der Erwachsenen-Vertreter
alles Geld von Thomas Seilinger bekommen.
Der Erwachsenen-Vertreter
hat viel Geld für sich selbst genommen.
Aber er durfte das Geld nicht für sich nehmen.
Der Erwachsenen-Vertreter
sollte eigentlich alle wichtigen Sachen
für Thomas Seilinger bezahlen.
Zum Beispiel die Miete für die Wohnung
von Thomas Seilinger.
Aber der Erwachsenen-Vertreter
hat die Miete irgendwann nicht mehr bezahlt.
Der Erwachsenen-Vertreter hat
Thomas Seilinger jede Woche 70 Euro gegeben.
Von dem Geld sollte Thomas Seilinger
alles zum Leben bezahlen.
Die 70 Euro waren oft nicht genug zum Leben.
Manchmal hatte Thomas Seilinger
fast kein Essen im Kühlschrank.
Keine Prüfung
Warum hat niemand Thomas Seilinger geholfen?
Lange hat niemand gemerkt,
dass der Erwachsenen-Vertreter
das Geld weggenommen hat.
Das liegt daran:
Niemand hat die Arbeit
von dem Erwachsenen-Vertreter geprüft.
Der Erwachsenen-Vertreter
musste einmal im Jahr an ein Gericht schreiben:
Das habe ich dieses Jahr
für Thomas Seilinger gemacht.
Aber das Gericht hat nicht geprüft:
Stimmt das,
was der Erwachsenen-Vertreter schreibt?
Irgendwann hat Thomas Seilinger
seiner Wohn-Assistenz erzählt,
dass er zu wenig Geld hat.
Eine Wohn-Assistenz ist eine Person,
die Menschen zuhause unterstützt.
Die Wohn-Assistenz hat Thomas Seilinger dabei geholfen,
sich zu beschweren.
Dann hat ein Gericht die Arbeit
von dem Erwachsenen-Vertreter geprüft.
Das Gericht hat herausgefunden:
Der Erwachsenen-Vertreter hat
noch mehr Menschen viel Geld weggenommen.
Er hat 37 Menschen
insgesamt 700 Tausend Euro weggenommen.
Der Vertreter muss jetzt
5 Jahre und 6 Monate ins Gefängnis.
Mehr Inklusion und Selbst-Bestimmung
Wir haben herausgefunden:
Es gibt oft Probleme
mit Erwachsenen-Vertretungen.
Es wird zu wenig geprüft:
Machen sie ihre Aufgabe gut?
Fach-Leute sagen:
Es soll mehr Inklusion
und weniger Barrieren geben.
Zum Beispiel mehr barriere-freie Infos.
Dann brauchen weniger Menschen
Erwachsenen-Vertreter*innen.
Wie geht es Thomas Seilinger jetzt?
Thomas Seilinger hat jetzt
eine neue Erwachsenen-Vertreterin.
Er bespricht alle wichtigen Sachen mit ihr:
wie viel Geld er zum Leben braucht
was er im Alltag macht
was er in Zukunft machen möchte.
Neulich hat Thomas Seilinger
eine neue Couch gekauft.
Seine Erwachsenen-Vertreterin
hat ihm das Geld für die Couch gegeben.
Thomas Seilinger erzählt:
Ich schlafe jetzt immer beim Fernsehen ein.
Geschrieben Von
Pablo Délano
und von
Lisa-Marie Lehner
In Leichter Sprache von
Constanze Busch
Redaktion
Lisa Kreutzer
Fotos von
Harald Leitner