Alle Menschen dürfen selbst entscheiden, was mit ihrem Körper passiert.
Zum Beispiel:
– ob sie Sex haben möchten
– ob sie Kinder haben möchten
– wie sie verhüten.
Verhüten hilft, beim Sex keine Kinder zu zeugen.
Aber bei Menschen mit Behinderungen
wird das Recht auf Entscheidung
oft nicht ernst genommen.
Das hat viel mit Barrieren zu tun.
Wir erklären, warum das ein Problem ist.
Und wie es besser gehen kann.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu verhüten.
Eine Möglichkeit heißt: Sterilisation.
Eine Sterilisation ist eine Operation.
Die Operation wird in einem Krankenhaus gemacht.
Nach einer Sterilisation können Menschen
keine Kinder mehr zeugen.
Menschen mit Behinderungen
sind in Deutschland und in Österreich öfter sterilisiert
als Menschen ohne Behinderungen.
Menschen mit Behinderungen in Einrichtungen
in Österreich und Deutschland wurden gefragt:
Sind Sie sterilisiert?
Viele haben gesagt: Ich bin sterilisiert.
Viele haben auch gesagt:
Ich habe das nicht selbst-bestimmt entschieden.
Selbst-bestimmt entscheiden heißt:
Die Person muss alle Informationen
bekommen und verstehen.
Niemand darf die Person
bei der Entscheidung beeinflussen.
Aber viele Menschen haben gesagt:
Ich wurde von anderen beeinflusst.
Zum Beispiel von:
– Menschen aus der Familie
– Ärzt*innen.
Einige Menschen in den Einrichtungen wussten nicht,
ob sie sterilisiert sind.
In Deutschland haben 11 von 100 Frauen mit Behinderungen in Einrichtungen gesagt: Ich bin sterilisiert.
Weniger als die Hälfte von ihnen hat gesagt:
Ich habe die Sterilisation selbst entschieden.
In Österreich haben 17 von 100 Frauen mit Behinderungen
in Einrichtungen gesagt: Ich bin sterilisiert.
Nur 1 von 5 sterilisierten Personen hat gesagt:
Ich habe die Sterilisation selbst gewollt.