Gefährliche Spritze

Zwei Schwestern über Selbst-Bestimmung bei der Verhütung
Drei Spritzen stehen nebeneinander.

Geschrieben von

Veronika hat mehr als 10 Jahre

lang eine Spritze bekommen,

die gefährlich sein kann.
Die Spritze soll verhindern,

dass Frauen beim Sex schwanger werden.

Aber Veronika sagt:

Ich hatte keinen Sex.

Wie kann das sein?

 

Dieser Text spielt in Deutschland

Veronika ist 40 Jahre alt.
Sie lebt in einer Wohn-Einrichtung
für Menschen mit Behinderungen.
Veronika hat mehr als 10 Jahre lang
eine Spritze bekommen.
Alle 3 Monate hat sie die Spritze bekommen.

Die Spritze heißt deshalb Drei-Monats-Spritze.
Veronika sagt: Die Spritze war dafür,
dass ich keine Babys bekomme.

Veronikas Schwester Anna-Lena
ist 38 Jahre alt.
Anna-Lena hat keine Behinderungen.
Sie unterstützt Veronika manchmal im Alltag.

Sie geht mit ihr zum Beispiel zu Ärzt*innen.

Bei manchen Untersuchungen

hält Anna-Lena Veronikas Hand.

Die Illustration zeigt eine Frau, die eine Spritze bekommt. Die Frau träg keine Kleidung.

Ärzt*innen haben Veronika
die Drei-Monats-Spritze gegeben.
Die Drei-Monats-Spritze ist ein Verhütungs-Mittel.

Verhütungs-Mittel verhindern,
dass Frauen beim Sex schwanger werden.

Veronika sagt: Ich hatte keinen Sex,
als ich die Spritzen bekommen habe.

Veronika brauchte deswegen
eigentlich kein Verhütungs-Mittel.

Frauen mit Behinderungen
in Wohn-Einrichtungen
bekommen die Drei-Monats-Spritze oft.

2012 war es fast die Hälfte der Frauen

in Wohn-Einrichtungen in Deutschland.

Die Drei-Monats-Spritze ist vor allem für Betreuer*innen,

Pfleger*innen und die Familie einfach.
Man muss nur alle 3 Monate an die Spritze denken.

Es ist dann ziemlich sicher,
dass die Frauen mit Behinderungen
nicht schwanger werden.

Gefährliche Neben-Wirkungen

Frauen ohne Behinderungen
verwenden die Drei-Monats-Spritze kaum.
Viele Frauen in Deutschland nutzen Verhütungs-Mittel.

Aber nur eine von 100 Frauen
verwendet die Drei-Monats-Spritze.
Der Grund ist:
Die Spritze kann viele Neben-Wirkungen haben.

Neben-Wirkungen bedeutet:
Die Spritze macht Dinge im Körper,
die schlecht für die Gesundheit sind.
Die Spritze kann zum Beispiel
die Knochen schwach oder kaputt machen.

Vor 2 Jahren hat die Europäische Agentur
für Arznei-Mittel sogar eine Warnung
für die Drei-Monats-Spritze ausgesendet.
Bei der Europäischen Agentur für Arznei-Mittel prüfen Fach-Leute,

ob Medikamente sicher sind.

Sie haben gesagt:

Es gibt weitere Neben-Wirkungen bei der Spritze. 

Drei Spritzen stehen nebeneinander.

Wenig Infos

Ärzt*innen müssen eigentlich erklären,
dass ein Verhütungs-Mittel gefährlich sein kann.

Veronika und Anna-Lena
können sich nicht daran erinnern,
dass Veronikas Ärztin das über
die Drei-Monats-Spritze erklärt hat.

Sie sagen:
Veronikas Ärztin hat erst nach 10 Jahren
von den Neben-Wirkungen
der Drei-Monats-Spritze erzählt.
Danach wurden Veronikas Knochen untersucht.

Dabei ist herausgekommen:
Veronikas Knochen sind nicht mehr
so stark und fest.
Es ist nicht sicher,
ob das von der Spritze kommt.
Aber es passiert Frauen
mit der Drei-Monats-Spritze häufiger.
Veronika bekommt die Spritze jetzt nicht mehr.

Die Illustration zeigt eine Person und eine Hand, mit einer Spritze. Die Hand ist hellblau, die Spritze rot an de Spitze.

Veronika hat mit niemandem
richtig über die Spritze geredet.

Anna-Lena sagt:
Ich habe die Infos in der Spritzen-Packung nicht genau gelesen.

Das mache ich bei meinen Medikamenten auch nicht immer.
Man vertraut ja eigentlich den Ärzt*innen.

GESCHRIEBEN VON

Ramona Arzberger

IN LEICHTER SPRACHE VON

Constanze Busch

GEZEICHNET VON

Clara Berlinski