BISSCHEN BESSER

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  1. Probier das: Ungewohntes zulassen 
  2. Sag das: Dysmelie

Probier das

Ungewohntes zulassen

Susanne lebt mit einer Körper-Behinderung. Warum findet sie es wichtig, neues zuzulassen? 

Das ist Susanne. 

Sie ist 47 Jahre alt und wohnt in Karlsruhe in Deutschland. Sie lebt mit der Körper-Behinderung Dysmelie. Dysmelie bezeichnet eine Fehl-Bildung der Gliedmaßen. Das heißt: Körper-Teile sehen anders aus als bei den meisten Menschen. 
Susanne zahlt seit einigen Monaten für ein Abo bei andererseits

1. Trau dich, Ungewohntes zu erleben

 

Menschen haben unterschiedliche Lebens-Weisen und Lebens-Erfahrungen. Darum kann es ungewohnt sein, wenn jemand etwas ganz anders macht. Viele Menschen haben eine Norm im Kopf. Aber Menschen mit Behinderungen machen Dinge manchmal anders. Das gibt es bei großen und bei kleinen Dingen. 

 

Zum Beispiel binde ich mir meine Haare anders zusammen als die meisten Menschen. Das ist nicht immer angenehm. Doch es kann nützlich sein, wenn man es sich genauer anschaut. Man kann aus anders funktionierenden Körpern nämlich auch was lernen.

2. Zeit ist nicht für alle gleich

 

Ich forsche zu Bildung. Deshalb denke ich darüber nach, wie Schule anders sein könnte. Es wäre zum Beispiel gut, wenn die Schule flexibler beginnt. Zum Beispiel zwischen 8 und 10 Uhr. Das würde vielen Schüler*innen helfen.

 

Ich habe für meine Arbeit einen Schüler mit einer Behinderung getroffen. Er erzählte mir: Er muss schon um 4:15 Uhr aufstehen, um sich für die Schule fertig zu machen. Am Nachmittag ist er dann so müde, dass er keine Freunde mehr treffen kann.

 

Das zeigt: Manche Dinge dauern mit einer Behinderung einfach länger. Wir müssen lernen, das mitzudenken. Nur so können wir dafür sorgen, dass alle die gleichen Chancen haben.

3. Körper funktionieren unterschiedlich

 

Wenn wir anders funktionierende Körper bewusst wahrnehmen, werden wir offener. Das finde ich wichtig. Die Künstlerin Lorenza Böttner lebte zum Beispiel ohne Arme. Sie hat sich selbst mit einem Säugling gemalt, den sie nicht hält, sondern „umbeint“. Man braucht sogar neue Worte, um das zu beschreiben. Zuneigung für anders funktionierende Körper hat andere Ausdrucks-Möglichkeiten.

Sag das

Dysmelie

WARUM SUSANNE DIESES WORT VERWENDET

Ich habe eine Körper-Behinderung. Sie heißt Dysmelie. Das ist eine Fehl-Bildung der Gliedmaßen. Das heißt: Körper-Teile sehen anders aus als bei den meisten Menschen. Ich habe das Gefühl, mit dieser Beschreibung kennen sich die Menschen gut aus. Früher habe ich immer gesagt: Ich habe eine kleine Hand. Aber mir fehlt keine Hand. Eine ist einfach kleiner als die andere und damit anders.

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