BISSCHEN BESSER

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  1. Probier das: Mach Urlaub möglich
  2. Sag das: Hinlauf-Tendenz

Probier das

Mach Urlaub möglich

Christin arbeitet bei einem Reise-Veranstalter. Sie hat viel über barrierefreies Reisen gelernt.

Das ist Christin.

Sie ist 37 Jahre alt und lebt in Zwickau in Deutschland. Sie arbeitet als Pflege-Fach-Kraft bei einem Reise-Veranstalter und organisiert Gruppen-Reisen für Menschen mit Behinderungen. Sie findet: Alle Menschen sollten Urlaub machen können. Welche Tipps hat sie für Menschen mit Behinderungen?

Eine Frau schaut in die Kamera. Sie trägt eine Brille. Sie ist im Wald.

1. Überlege, was Du Dir für den Urlaub wünschst

 

Was wäre Dein idealer Urlaub? Meer oder Stadt? Deutschland oder Ausland? Wenn man weiß, was man will, kann man im nächsten Schritt gut schauen, was davon möglich ist. Aber denk Dir nicht: Ich kann wegen meiner Behinderung sowieso nicht wegfahren. Meine Oma wollte nach einem Schlaganfall nicht mehr verreisen. Sie hat sich geschämt, weil sie auf Pflege angewiesen ist und nicht mehr so eigenständig reisen kann wie früher. Ich habe sie überredet und auf eine Gruppen-Reise mitgenommen. Seitdem kommt sie jedes Jahr mit.

2. Überlege, welche Unterstützung Du brauchst

 

Barrierefrei reisen bedeutet viel Organisation. Es ist also wichtig zu wissen, was Du brauchst. Welche Hilfs-Mittel muss ich organisieren, brauche ich eine Assistenz-Person vor Ort? Was will ich gerne am Urlaubs-Ort machen und welche Möglichkeiten gibt es? An vielen Stränden gibt es zum Beispiel spezielle Strand-Rollstühle. Bei unseren Gruppen-Reisen mit Pflege-Personal gibt es auch Unterstützung für die Angehörigen. Sie können sich untereinander vernetzen.

3. Denk auch im Urlaub an Barrierefreiheit

 

Eines ist im Urlaub genauso wie im Alltag: Nicht die Behinderung ist das Problem, sondern die Barrieren sind das Problem. Mir fällt inzwischen alles auf: Wenn eine Rampe fehlt. Wenn die Hotel-Zimmer nicht zugänglich sind. Wenn Menschen mit Behinderungen nicht gut ins Meer können. Ich habe viel gelernt und weiß inzwischen: Barrierefreiheit ist für alle Menschen gut. Aber für Menschen mit Behinderungen ist sie überlebens-wichtig.

Sag das

Hinlauf-Tendenz

Warum Christin das Wort mag

Ich organisiere auch Gruppen-Reisen für Menschen mit Demenz-Erkrankungen. Sie sind mit ihren Gedanken oft in der Vergangenheit, zum Beispiel an einem Ort aus ihrer Kindheit. Manchmal wollen sie dann wirklich dort hin laufen und gehen einfach weg. Früher hat man dazu Weglauf-Tendenz gesagt. Ich finde: Hinlauf-Tendenz klingt viel positiver. Für die Menschen ist es ja so: Sie laufen zu etwas hin, nicht vor etwas weg.

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