BISSCHEN BESSER

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In jeder Ausgabe erzählen Abonnent*innen hier, was Du für mehr Inklusion und Barriere-Freiheit tun kannst. 

  1. Probier das: Frei sein mit Rollstuhl
  2. Sag das: Rollstuhl-Fahrerin
  3. Lies das: Selbst entscheiden

Probier das

Frei sein mit Rollstuhl

Sarah ist Rollstuhl-Fahrerin. Was sind ihre Tipps für barriere-freiheit? 

Das ist Sarah. 

Sarah ist 35 Jahre alt. Sie lebt in Hamburg. Sie arbeitet an der Uni als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Sarah nutzt einen Rollstuhl und hat ein Abo bei andererseits.

1. Sprich mich direkt an

 

Bei den meisten chronischen Erkrankungen fehlt die Kraft, um alles zu schaffen. Wichtig ist, auch „unsichtbare“ Aktivitäten einzuplanen. Damit meine ich Dinge, die Gesunde nebenbei erledigen.
Das zu lernen hat lange gedauert. 

Ausruhen ist nicht glamourös: Man liegt im Bett und schaut aus dem Fenster. Man möchte etwas tun, kann aber nicht. Mein Leben ist kleiner und ruhiger geworden. Ich musste lernen, mich neu zu organisieren. Und lernen, meinem Leben einen anderen Wert zu geben.

2. Du musst nicht den Rollstuhl-Platz nutzen

 

Ich gehe in meiner Freizeit gerne auf Konzerte. Bei manchen Locations gibt es Rollstuhl-Podeste. Das Problem ist, dass die oft weit hinten sind und nicht viele Menschen drauf passen. Wenn ich dann mit einer Gruppe auf das Konzert gehe, werden wir getrennt. Deshalb komme ich einfach früher und versuche so nah wie möglich zur Bühne zu kommen. 

 

Das geht nicht immer, wegen Feuerschutz. Aber wenn ich darauf bestehe, geht es manchmal doch. 

 

Rollstuhl-Fahrer*innen sollten das Bewusstsein haben: Wenn man das Ticket kauft, hat man auch ein Recht auf ein schönes Konzert. Man kann sich ruhig trauen zu sagen, was man braucht. Barriere-Freiheit ist ein Recht. Das kann man auch ruhig einfordern.

3. Menschen mit Behinderungen sind verschieden 

 

Wenn Menschen eine Person mit Behinderungen kennen, dann denken sie oft, sie kennen alle. Aber alle Menschen mit Behinderungen sind verschieden. Wir stecken Menschen zu schnell in Schubladen und diskriminieren sie dadurch. Das passiert meistens unabsichtlich, ist aber trotzdem sehr verletzend.

Sag das

Rollstuhl-Fahrerin

WARUM SARAH DAS WORT HILFT, INFOS ZU BEKOMMEN

Ich sage: Ich bin Rollstuhl-Fahrerin, wenn das wichtig ist, um mir Infos einzuholen. Zum Beispiel: Gibt es einen Aufzug oder eine passende Toilette?  

Ich mag aber auch das Wort Behinderung. Ich benutze das Wort Behinderung oder behindert, weil es für mich ein neutrales Wort ist. Ich beobachte manchmal, wenn nicht-behinderte Leute Angst vor Behinderung haben, sagen sie lieber „Beeinträchtigung“ oder „Einschränkung“ oder „Handicap“. Vor einer Behinderung sollte man aber keine Angst haben. Eine Behinderung ist nicht automatisch etwas Schlimmes. Deshalb benutze ich das Wort.

Lies das

Selbst entscheiden

Die neue Ausgabe unseres Magazins online lesen

Wer darf über die Körper von Menschen mit Behinderungen entscheiden? Im Magazin findest Du Texte zu dieser Frage. Zum Beispiel über eine Frau mit Behinderungen, die lange Zeit ein gefährliches Verhütungs-Mittel bekommen hat, obwohl sie keinen Sex hatte. 

Außerdem war unser Autor Max Wochinger in der Ukraine und schreibt darüber, wie es Menschen mit Behinderungen im Krieg geht. Und unser Autor Johannes Scheucher erzählt, warum es ihn ärgert, wenn Menschen mit Behinderungen als Inspiration hergehalten werden.

Alle Texte kannst Du als zahlende*r Abonnent*in jetzt auch online lesen! 

Mehr Texte von andererseits liest Du als zahlende*r Abonnent*in auf unserer Seite: andererseits.org/lesen

 

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