Du liest „bisschen besser“ – den andererseits–Newsletter für Abonnent*innen!
In jeder Ausgabe erzählen Abonnent*innen hier, was Du für mehr Inklusion und Barriere-Freiheit tun kannst.
Probier das
Das ist Olivia.
Sie ist 48 Jahre alt. Sie wohnt in Frankfurt in Deutschland. Sie wohnt dort schon seit über 20 Jahren. Sie kommt ursprünglich aus Rumänien und ist Abonnent*in bei andererseits.
1. Kraft verwalten
Bei den meisten chronischen Erkrankungen fehlt die Kraft, um alles zu schaffen. Wichtig ist, auch „unsichtbare“ Aktivitäten einzuplanen. Damit meine ich Dinge, die Gesunde nebenbei erledigen.
Das zu lernen hat lange gedauert.
Ausruhen ist nicht glamourös: Man liegt im Bett und schaut aus dem Fenster. Man möchte etwas tun, kann aber nicht. Mein Leben ist kleiner und ruhiger geworden. Ich musste lernen, mich neu zu organisieren. Und lernen, meinem Leben einen anderen Wert zu geben.
2. Das Leben schöner machen
Lange habe ich mit Kochen und Essen gekämpft. Ich habe oft Dinge gegessen, die mir nicht gut getan haben. Heute lasse ich mir Lebensmittel liefern und kaufe tiefgekühlte Zwiebeln und Knoblauch. So fällt es mir leichter, eine Pasta-Sauce zu kochen statt einen Schokoriegel zu essen. Auch Achtsamkeit und Meditation helfen mir sehr.
In Deutschland und Österreich gibt es viele Angebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen. In Rumänien ist das ganz anders. Es ist wichtig, diese Möglichkeiten zu nutzen. Damit man neue Ansätze finden und sich weiter entwickeln kann.
3. Soziale Kontakte pflegen
Für Menschen mit einer chronischen Erkrankung fühlt es sich oft an, als ob die Zeit stehen geblieben ist. Viele Beziehungen gehen zu Ende, weil unsere Realität nicht mehr zur Realität der Gesunden passt.
Trotzdem sind soziale Kontakte wichtig. Man sollte die Menschen nicht loslassen, bei denen man sich gesehen und wohl fühlt. Es bleibt unsere Verantwortung, uns zu melden, wenn wir etwas brauchen. Auch wenn es schwerfällt. Mit manchen Freunden mache ich deshalb direkt den nächsten Termin aus. Weil ich weiß, wie schwer es mir fällt, mich zu melden, wenn es mir schlecht geht.
Sag das
Ich habe eine psychische Erkrankung. Wenn ich neue Menschen kennenlerne – zum Beispiel wenn ich date – dann sage ich: Ich habe eine chronische Erkrankung. Das ist neutraler und ich muss nicht gleich so viel von mir preisgeben. Trotzdem kann ich sagen: Ich bin deshalb müde und muss viel planen. Erst wenn ich jemanden besser kenne, sage ich, dass ich eine psychische Erkrankung habe. |
Lies das
|
Österreich soll sparen. Deswegen will die Regierung weniger Geld für viele wichtige Sachen ausgeben. Zum Beispiel für die Inklusion bei der Arbeit. Fach-Leute sagen: Das ist gegen die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Den Text in leichter Sprache findest Du im gedruckten Magazin. Online kannst Du jetzt auch eine ausführlichere Version in einfacher Sprache lesen. |
|
Mehr Texte von andererseits liest Du als zahlende*r Abonnent*in auf unserer Seite: andererseits.org/lesen |
Jede Woche eine Geschichte, ein Fakt über Behinderung und ein Einblick in unsere Arbeit.
Du kannst dich jederzeit wieder abmelden - einen Link dazu findest du in der Fußzeile von jedem Newsletter. Mit der Anmeldung stimmst du unserer Datenschutzerklärung zu.
Bitte bestätige die Anmeldung zu Emails von andererseits mit dem Link in deinem Postfach.