Von der Werkstatt zur Redaktion

  1. Aus dem Bauch heraus: Weg aus der Werkstatt
  2. Aus der Welt: Eine*r von 100

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Diese Woche schreibt Dir Nikolai Prodöhl, Redakteur bei andererseitsNikolai nennt sich selbst manchmal einen rasenden Reporter.

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1. Aus dem Bauch heraus

Weg von der Werkstatt

NIKOLAI MACHT SEIN HOBBY ZUM BERUF 

Ich habe über 10 Jahre lang in einer Werkstatt gearbeitet. Ich hatte häufiger keine Lust auf die Arbeit in der Werkstatt. Dort musste ich sehr früh anfangen und habe wenig Geld dafür bekommen. Nebenbei habe ich Journalismus gemacht. Aber ich war oft schon müde, über-anstrengt und habe meistens kein Geld dafür bekommen.

Ich arbeite jetzt seit einem Jahr angestellt bei andererseits. Das macht mich glücklich, denn ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und werde dafür fair bezahlt. Seit ich bei andererseits arbeite, habe ich das Gefühl, die Menschen machen sich mehr Gedanken über Behinderung. Das merke ich auf Social Media und in den Antworten auf unseren Newsletter. Ich glaube das ist, weil andererseits kritisch über Behinderung spricht. Dann merken die Menschen, was noch fehlt bei Inklusion und Barrierefreiheit.

2. Aus der welt

Eine*r von 100

NUR 1% DER MENSCHEN IN WERKSTÄTTEN FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN SCHAFFEN DEN WECHSEL ZUM ALLGEMEINEN ARBEITS-MARKT

Diese Woche geht es um das Land Deutschland.

300 Tausend Menschen mit Behinderungen arbeiten in Deutschland in Werkstätten. Für ihre Arbeit bekommen sie durchschnittlich 230 Euro im Monat. Das ist weniger als der Mindest-Lohn.

Eigentlich sollen Werkstätten Menschen mit Behinderungen auf den allgemeinen Arbeits-Markt vorbereiten. Doch die meisten bleiben ihr Leben lang dort. Weniger als eine*r von hundert Werkstatt-Beschäftigten schafft den Wechsel auf den allgemeinen Arbeits-Markt.

Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf Teilhabe außerhalb von Sonder-Systemen. Die Vereinten Nationen sagen deshalb schon lange: Werkstätten müssen Schritt für Schritt ab- oder umgebaut werden.

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