Früher war Mariana fröhlich

Wie Menschen mit Behinderungen den Krieg in der Ukraine erleben
Eine junge Frau schaut mit freundlichen Blick nach rechts. Sie benutzt einen Rollstuhl.

Geschrieben von

Vor mehr als 4 Jahren hat Russland

die Ukraine angegriffen.
Seitdem ist Krieg in der Ukraine.

Mariana hat Behinderungen

und lebt in der Ukraine.
Sie hat große Angst.
Für Menschen mit Behinderungen

sind Kriege besonders gefährlich.

Ein Mädchen sitzt in einem Rollstuhl und schaut mit freundlichen Blick nach rechts. Dahinter steht eine Frau, sie lehnt sich über den Rollstuhl.
Das sind Mariana und ihre Mutter in einer Tages-Einrichtung in der Ukraine.

Seit mehr als 4 Jahren gibt es Krieg in der Ukraine.

Russische Soldat*innen greifen die Ukraine an.

Ungefähr 100 Tausend ukrainische Soldaten
sind gestorben.

Und mehr als 15 Tausend Menschen,

die keine Soldaten sind.

Mariana und ihre Mutter leben
in der ukrainischen Hauptstadt Kyiv.
Mariana ist 18 Jahre alt und nutzt einen Rollstuhl.

Sie hat große Angst vor dem Krieg.
Marianas Mutter sagt:
Früher war Mariana fröhlich.
Heute lacht sie fast nicht mehr.

Immer wieder schlagen Bomben
in Wohn-Häuser ein.
Manchmal auch in Anlagen für Strom.

Mariana und ihre Mutter haben

deswegen nur wenige Stunden am Tag Strom.

Manchmal funktioniert die Heizung nicht.

Im Winter ist das besonders schlimm.

Mariana und ihre Mutter verlassen

ihre Wohnung nur selten.
Denn ohne Strom funktioniert auch der Fahrstuhl nicht.

Sie fühlen sich oft eingeschlossen.

Zu wenig Sicherheit

In der Stadt Kyiv läuten immer wieder Sirenen.

Dann wissen die Bewohner*innen:
Bald kommt ein Angriff.

Die meisten Menschen gehen dann
in Schutz-Räume.
Für Mariana und ihre Mutter ist das schwierig.

Sie können nur in den Schutz-Raum gehen,

wenn der Fahrstuhl funktioniert.
Und es gibt noch ein Problem:
Der Weg zum nächsten
barriere-freien Schutz-Raum dauert 20 Minuten.

Aber sie haben nur wenige Minuten Zeit,
bis die Bomben einschlagen.

Mariana sagt: Es ist zu anstrengend.

Und es ist gefährlich.
Also bleiben sie in der Wohnung.

Wenn Mariana die Sirenen hört,

fängt sie an zu weinen.

In der Nacht trägt Mariana Ohr-Stöpsel.

Dann hört sie die Sirenen
und die Explosionen nicht.

Eine junge Frau schaut mit freundlichen Blick nach rechts. Sie benutzt einen Rollstuhl.
Das ist Mariana.

In Kyiv leben mehr als 165 Tausend Menschen mit Behinderungen.
Mehr als jeder zehnte von ihnen ist ein Kind.

Im Krieg werden viele Menschen
bei Angriffen verletzt.
Sie haben deswegen Behinderungen.

Deswegen gibt es durch den Krieg
immer mehr Menschen mit Behinderungen.

In Kyiv gibt es mehr Hilfe
für Menschen mit Behinderungen

als in anderen ukrainischen Städten.

Aber es gibt auch viele Hürden.

Es gibt zum Beispiel zu wenige
barriere-freie Wohnungen.
Es gibt kaum barriere-freie Schutz-Räume.
Viele wichtige Infos sind nicht barriere-frei zugänglich.

Zum Beispiel Infos auf offiziellen Internet-Seiten

in der Ukraine.
Viele Hürden gab es schon vor dem Krieg.
Aber der Krieg hat vieles schlimmer gemacht.
Für Menschen mit Behinderungen
ist der Krieg besonders gefährlich.

Weniger alleine

Zweimal pro Woche geht Mariana
in eine Tages-Einrichtung.
Dort können Kinder und Jugendliche
mit Behinderungen spielen und lernen.
Sie können dort auch über ihre Gefühle sprechen.

Das ist sehr wichtig für die Menschen.

Die Chefin von der Tages-Einrichtung sagt:
Wegen dem Krieg geht es
vielen Menschen mit Behinderungen schlechter.

Viele haben Freund*innen und Verwandte verloren.

Deswegen muss es viel mehr Unterstützung

für Menschen mit Behinderungen geben.

Mariana und ihre Mutter gehen gerne in die Tages-Einrichtung.
Dort ist es warm und es gibt Essen.

Dort treffen sie auch

andere Menschen mit Behinderungen.

Dann fühlen sie sich weniger alleine.

Geschrieben Von

Nikolai Prodöhl

und von

Max Wochinger

IN LEICHTER SPRACHE VON

Sandra Schmidhofer

Fotografiert von

Vladimir Nevzorov