In vielen großen Städten
ist es schwer,
eine Wohnung zu finden.
Für Menschen mit Behinderungen ist es oft noch schwerer.
Wir erklären, warum das so ist.
Und wir haben mit 3 Menschen
über ihre Erfahrungen gesprochen.
Zu wenige barriere-freie Wohnungen
Wohnen ist ein Menschen-Recht.
Manche Menschen brauchen
eine barriere-freie Wohnung.
Barriere-frei heißt bei Wohnungen zum Beispiel:
– Es gibt keine Stufen anden Eingängen.
– Die Räume sind breit genug für einen Rollstuhl.
– Es gibt fühlbare Signale
für seh-behinderte Menschen.
In Österreich und in Deutschland gibt es
nicht genug barriere-freie Wohnungen.
Nur ungefähr jede siebte Wohnung in Österreich ist barriere-frei.
In Deutschland fehlen Millionen
barriere-freie Wohnungen.
Fach-Leute kritisieren
Deutschland und Österreich deswegen.
In Deutschland und Österreich gibt es Regeln
für das Bauen von Wohnungen.
Die Regeln sind in allen Bundes-Ländern unterschiedlich.
In den meisten deutschen Bundes-Ländern muss nur eine bestimmte Anzahl an Wohnungen barriere-frei gebaut werden.
Auch weil es nicht genug
barriere-freie Wohnungen gibt,
wohnen viele Menschen mit Behinderungen in Heimen.
Das nennt man Institutionalisierung.
Vera ist 42 Jahre alt und lebt im Waldviertel
„Ich habe eine Muskel-Erkrankung.
Ich kann mich heute schlechter bewegen als noch vor einigen Jahren.
Deshalb benutze ich überall einen Rollstuhl.“
Vera erzählt:
Bei meiner letzten Wohnung in Wien stand in der Beschreibung:
Die Wohnung ist barriere-frei.
Denn es gab keine Stufen in der Wohnung.
Das reicht aber nicht.
Der Müll-Raum hatte eine Stufe.
Der Post-Kasten war zu weit oben.
Im Bad war eine Badewanne.
Ich brauche aber eine befahrbare Dusche.
Deshalb musste die Wohnung umgebaut werden.
Die Wohnung hat der Stadt gehört.
Aber einen großen Teil vom Umbau
habe ich selbst bezahlt.
Viele Menschen haben nicht genug Geld für einen Umbau.
Das ist ein Problem.
Jetzt wohne ich mit meiner Familie
in einem kleinen Haus.
Das Haus haben wir gerade barriere-frei umgebaut.
Wir sind hier sehr glücklich.
Martin ist 40 Jahre alt und lebt in Graz
„Ich lebe mit meiner Familie in einer großen Wohnung mit Dach-Terrasse. Meine Frau ist blind.
Ich bin stark seh-behindert.“
Martin erzählt:
Einmal wollte meine Frau eine Baustelle für eine Wohnung besuchen.
Meine Frau sagte am Telefon,
dass sie blind ist.
Der Wohnungs-Vermittler wurde abweisend.
Er sagte:
Sie können die Baustelle nicht besuchen.
Die Baustelle ist zu gefährlich.
Aber die meisten Wohnungs-Vermittler*innen waren freundlich.
Sie sind gut mit unseren Seh-Behinderungen umgegangen.
Wir konnten ohne Probleme
alle anderen Baustellen besuchen.
Es gibt aber auch Barrieren in der Wohnung,
in der wir jetzt leben.
Zum Beispiel ein Touch-Display am Koch-Feld.
Ein Touch-Display ist ein Bildschirm zum Antippen.
Das ist wegen unseren Seh-Behinderungen
nicht gut für uns.
Bernhard ist 42 Jahre alt und lebt in Graz
„Ich nutze einen Rollstuhl.
Ich ziehe bald in eine barriere-freie Wohnung.
Die Wohnungs-Suche hat 2 Jahre gedauert.“
Bernhard erzählt:
Ich habe viele E-Mails an Wohnungs-Bau-Firmen geschrieben.
Viele Firmen haben nicht geantwortet.
Ich glaube:
Viele haben wegen meiner Behinderung
nicht geantwortet.
Irgendwann habe ich nicht mehr geschrieben:
Ich nutze einen Rollstuhl.
Dann habe ich mehr Antworten bekommen.
Viele Wohnungen passen aber nicht für Rollstuhl-Nutzer*innen.
Viele Wohnungen sind zu klein.
Und es kostet viel Geld,
Wohnungen barriere-frei umzubauen.
Ich finde:
Viele Firmen denken zu wenig an Barriere-Freiheit.
Viele Firmen achten vor allem auf geringe Kosten.
Ich wünsche mir,
dass alle neuen Wohnungen barriere-frei gebaut werden.
Fragen von
Anna-Katharina Wintersteller
In Leichter Sprache von
Constanze Busch
Fotos von
Privat
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