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Endlich alleine wohnen
Guten Morgen,
diese Woche schreibt Dir Artin Madjidi, Redakteur bei andererseits. Er hat am Wochenende viel Popcorn gegessen.
Aus dem Bauch: Endlich alleine wohnen
Aus der Welt: Begleitung bei Untersuchungen
Aus dem Inneren: Wir entscheiden gemeinsam
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Aus dem Bauch
Endlich alleine wohnen
ARTIN ERZÄHLT VON SEINEN ERSTEN WOCHEN IM EIGENEN ZUHAUSE.
Seit ein paar Wochen wohne ich endlich ganz alleine. In der zweiten Wohnung von meinen Eltern.
Es ist sehr befreiend, mal von meinen Eltern weg zu sein. Die sind immer in mein Zimmer gekommen, ohne anzuklopfen. Jetzt kann ich mit meiner kleinen Schwester telefonieren, ohne andauernd gestört zu werden. Und ich kann machen, was ich will.
Nur alleine kochen will ich nicht. Ich habe Angst, dass ich unabsichtlich die Wohnung abfackle. Damit es nicht brennt, kocht meine Wohn-Assistentin Lena manchmal mit mir. Einmal haben wir Salzburger Käse-Nockerl gekocht.
Ich habe auch Internet bekommen. Ich brauche es wirklich dringend, damit ich YouTube-Videos und Formel 1 schauen kann.
Was ist Dir beim Wohnen wichtig?
Schreib' es uns an community@andererseits.org
Aus der Welt
Begleitung bei Untersuchungen
VERTRAUENS-PERSONEN DÜRFEN BEI WICHTIGEN UNTERSUCHUNGEN MITKOMMEN.
Diese Woche geht es um das Land Österreich.
Seit 1. September gibt es eine neue Regel: Bei bestimmten Untersuchungen für medizinische Gutachten dürfen Menschen mit Behinderungen jetzt immer eine Vertrauens-Person mitnehmen. Das gilt zum Beispiel bei Untersuchungen für einen Behinderten-Pass oder für die Überprüfung, ob eine Person arbeits-fähig ist.
Früher war es manchmal auch schon möglich, Vertrauens-Personen mitzunehmen. Aber jetzt steht diese Regel im Gesetz.
Der Österreichische Behinderten-Rat hat diese Regel schon lange eingefordert. Er sagt auch: Es muss noch mehr Verbesserungen geben. Zum Beispiel gut ausgebildete Gutachter*innen und barriere-freie Untersuchungen.
Aus dem Inneren
Wir entscheiden gemeinsam
WARUM WIR ANDERS ALS ANDERE FIRMEN ARBEITEN.
Vergangene Woche hatten wir eine Vereins-Sitzung. Das war ein ganz besonderes Treffen. Denn die Firma andererseits gehört dem Verein. In dem Verein sind nur Menschen, die bei andererseit s arbeiten. Seit letzter Woche sind alle 12 Angestellten Mitglieder in dem Verein. Sie können nun gemeinsam über wichtige Fragen zur Zukunft von andererseits abstimmen.
Es gibt also keinen Chef oder Chefin, der*die alleine entscheiden kann, so wie es in vielen anderen Firmen ist. Menschen mit und ohne Behinderungen entscheiden gemeinsam und gleichberechtigt, wie sie arbeiten wollen. Sie entscheiden, welche Regeln es gibt und wie die Firma andererseits Geld ausgibt.
Auf dem Foto siehst Du, wie wir gemeinsam über eine Entscheidung abstimmen. Wir sind stolz, dass wir uns trauen, Dinge anders zu machen als andere.