Sozial- und Behinderten-Verbände weisen schon lange darauf hin, dass die AfD für Menschen mit Behinderungen eine Gefahr darstellt. Nun hat das Deutsche Institut für Menschen-Rechte einen Bericht zur AfD veröffentlicht. Wir haben uns den Bericht und die Wahl-Programme der AfD angeschaut. Das Ergebnis: Die AfD entmenschlicht Menschen mit Behinderungen.
Warnung:
In diesem Beitrag geht es um behinderten-feindliche Aussagen und Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen. Überlege Dir, ob Du diesen Beitrag heute lesen möchtest. Du kannst ihn auch mit einer vertrauten Person gemeinsam lesen!
1. Die AfD sieht Menschen mit Behinderungen als „Belastungs-Faktoren“
Die AfD will keine Kinder mit Behinderungen in Regel-Schulen. Der AfD-Politiker Björn Höcke sagte im August 2023: „Gesunde Gesellschaften haben gesunde Schulen“. Er bezeichnete Kinder mit Behinderungen als „Belastungs-Faktoren“, die man „vom Bildungs-System wegnehmen müsse“. Außerdem hat er gesagt: „Unter anderem müssen wir das Bildungs-System auch befreien von Ideologie-Projekten, beispielsweise der Inklusion […].“
2. Die AfD ist behinderten-feindlich
Der AfD-Politiker Emil Sänze sagte im Januar 2026 über den bayerischen Minister-Präsidenten Markus Söder: „Ich meine, Söder ist ja nicht nur körperlich behindert, auch manchmal geistig. […] Aber wir lassen ihn leben – er ist ja immer mal wieder witzig.“ Mit dieser zutiefst gewalt-vollen und menschen-feindlichen Aussage verwendet Emil Sänze nicht nur Behinderungen als Beleidigung. Er stellt auch das Recht auf Leben für Menschen mit Behinderungen infrage.
3. Die AfD wertet Menschen mit Behinderungen ab
Der Politiker Maximilian Krah hat die Tagesschau-Nachrichten in Leichter Sprache im Juli 2024 auf TikTok als „Nachrichten für Idioten“ bezeichnet. Damit wertet er Menschen mit Behinderungen und Menschen, die Leichte Sprache brauchen, ab.
Auch die Nazis bezeichneten Menschen mit Lernschwierigkeiten und psychischen Krankheiten als „Idioten“. Und rechtfertigten damit deren systematische Ermordung.
4. Die AfD ist gegen Inklusion
AfD Politiker*innen lehnen Inklusion ab. Wir haben uns die Wahl-Programme der AfD angeschaut. Es gibt darin keine Maßnahmen für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Im Gegenteil: Die AfD will Sonder-Schulen erhalten. Im Wahl-Programm 2025 schreiben sie: „Die Förderschule sollte wieder zum Regelfall für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden.” Im Wahl-Programm 2023 sagen sie: Inklusion sei „ideologisch motiviert”, koste viel und hemme Schüler*innen.
„Die Abwertung von Menschen mit Behinderungen entspricht nationalsozialistischem Gedankengut, das die Partei [AfD] wieder gesellschaftsfähig machen will.”
Deutsches Institut für Menschenrechte
5. Die AfD und ihre Nähe zum National-Sozialismus
Ähnlich wie Björn Höcke bezeichneten die Nazis Menschen mit Behinderungen als „Ballast-Existenzen“. Die Nazis glaubten, dass Menschen mit Behinderungen kein Recht auf das Leben hätten. Die Nazis haben deshalb 300 Tausend Menschen mit Behinderungen ermordet und etwa 400 Tausend zwangs-sterilisiert.
Wir haben eine Doku zur Sterilisation von Menschen mit Behinderungen heute gemacht: andererseits.org/sterilisation
6. Die AfD verbreitet Vorurteile über Menschen mit Behinderungen
Im Jahr 2018 sagte die AfD, dass die Zahl an Menschen in Deutschland, die einen Schwer-Behinderten-Ausweis haben, gestiegen sei. Und behauptete dann, dass Behinderungen durch das Heiraten „innerhalb der Familie“ entstehen würden.
Die AfD hat dann im Bundestag gefragt, wie viele dieser Fälle einen „Migrations-Hintergrund haben?“ Die AfD erzeugt damit das falsche Bild, dass Migration für einen Anstieg von Behinderungen verantwortlich sei und stellt Behinderungen als Übel dar.
Geschrieben von
Ramona Arzberger