Wut tut gut

Hanna Gugler und Ramona Arzberger üben, ihre Wut rauszulassen
Das Bild zeigt zwei Frauen, die wütend schreien. Sie tragen einen blauen Schutzanzug und orange Helme. Die Frau rechts hält einen Hammer in der Hand. Die linke Frau ein Glas.

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Unsere beiden Autorinnen sind oft wütend. Hanna Gugler lässt ihre Wut oft raus. Ramona Arzberger fällt es schwer, ihre Wut zuzulassen. Gemeinsam sind sie in einen Wut-Raum gegangen. Dort haben sie geübt, mit ihrer Wut umzugehen.

Hanna sagt:

Ich fühle die Wut immer im Herzen.
Wenn ich mich alleine fühle, macht mich das wütend. Es gibt auch Dinge, die machen mich traurig und wütend. Zum Beispiel mag ich Timmy zurück haben. Timmy war mein Hund. Timmy ist vor Kurzem gestorben. Und der Vater von einer Freundin von mir ist im Krieg in der Ukraine gestorben.
Der Krieg in der Ukraine macht mich traurig und richtig voll wütend.

Ich bin auch wütend auf Männer, weil mir hört keiner zu. Ich mag
immer „Ich liebe Dich“ hören. Aber die Männer sagen, ich bin lästig.

Mein Freund sagt, dass ich lästig bin. Dann sag ich: Männer sind nervig,
lästig und egoistisch. Das macht mich wütend. Zicken-Krieg macht
mich auch wütend. Wenn mich Leute anschreien, mag ich raufen. Also ich
bin eh selbst auch manchmal zickig.

Ich hab immer Wut in meinem Körper. Ich bin eine Frau, die wütend ist. Und manchmal scheiße ich auf alles.

Mona sagt: 

Ich bin wütend auf das Patriarchat. Patriarchat bedeutet, dass Männer
in der Gesellschaft mehr Macht haben als andere Geschlechter.
Sie können öfter wichtige Entscheidungen treffen und bekommen oft
mehr Geld für ihre Arbeit. Das ist ungerecht. Ungerechtigkeit macht mich wütend. Manche Menschen glauben, sie sind wichtiger als andere Menschen. Aber das stimmt nicht. Wir sind alle gleich viel wert.

Wut ist für mich ein Kribbeln im Bauch und ich bin dann auch
traurig. Ich finde, Wut fühlt sich an wie ein ganz starker Gewitter-
Regen. Oder ein reißender Bach mit viel Wasser. Ich fühle mich dann
nicht aggressiv oder böse. Ich muss dann eher weinen. Danach
geht es mir aber besser.

Hanna sagt:

Manchmal denke ich mir: Kein Mensch hat mich lieb. Dann gehe ich
zerstören. Ich will dabei niemandem wehtun und auch keine Dinge
zerstören, die jemand noch braucht. Aber Zerstören hilft bei der Wut.

Dinge zerstören kann man zum Beispiel in einem Wut-Raum. Da
gibt es Geschirr, Glas-Flaschen und Baseball-Schläger. Ich habe einen Baseball-Schläger genommen und einfach drauf gehauen auf das
Geschirr. Nachdem ich Dinge zerstört habe, fühle ich mich erleichtert. Ich
mag die Wut herauslassen. Wenn man Dinge zerstört, kann man dabei auch die Wut zerstören.

Mona sagt:

Wenn ich wütend bin, fühle ich mich oft machtlos. Ich bin mit Hanna in
den Wut-Raum gegangen. Ich hab mir gedacht: Damit holen wir uns die
Macht zurück!

Aber mir ist es sehr schwer gefallen, Dinge zu zerstören. Ich
hab mir gedacht: Ich will lieber, dass die Dinge ganz bleiben. Ich
glaube, ich bin nicht so gut in Wut. Ich glaube, das ist so, weil ich oft wütende Menschen in meinem Leben erlebt habe. Deshalb macht mir Wut vielleicht Angst. Und ich glaube: Viele Frauen haben gelernt, dass sie nicht wütend sein sollen. Deshalb fällt es ihnen schwer, Wut zuzulassen. Aber ich will lernen, wie Wut geht!


Wut-Tipps von Hanna


Das kannst Du tun, wenn Du nicht wütend sein kannst:


1. In den Wut-Raum gehen und Dinge zerstören.


2. Fenster aufmachen und raus schreien.


3. Ein Wut-Tagebuch anfangen. Da schreib ich alles auf, was mich
wütend macht.


4. Geschichten schreiben über die Dinge, die Gefühle auslösen. Ich hab zum Beispiel eine Geschichte darüber geschrieben, warum mich Männer nerven.


5. Mit Freund*innen über Gefühle reden.

Geschrieben Von

Hanna Gugler

und

Ramona Arzberger

Fotografiert von

Clara Porak