„Menschen sehen mich oft nicht als Künstler“

DJ Artin im Gespräch über die Barrieren als blinder Musiker

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DJ Artin ist DJ und lebt in Nürnberg.
DJ ist die Abkürzung für: Disk-Jockey.
Ein Disk-Jockey spielt elektronische Musik auf der Bühne.
Elektronische Musik macht man
zum Beispiel mit einem Computer.
DJ Artin ist 31 Jahre alt.
Er ist seit seiner Kindheit blind.
Er hat uns von den Barrieren im Musik-Bereich

und von seinen Wünschen erzählt.

 

Dieser Text spielt in Deutschland.

Nikolai Prodöhl:
Wie bist Du DJ geworden?

DJ Artin:
Ich habe mich einfach sehr für Musik interessiert. Vor allem

für elektronische Musik.
Der berühmte Musiker Avicii war eines
meiner großen Vorbilder.
Ich finde die Musik von Avicii voller Gefühl
und gleichzeitig voller Kraft.
Irgendwann habe ich selbst angefangen,
Musik zu machen.

 

Vor 3 Jahren hatte ich meinen ersten Auftritt als DJ bei den

Special Olympics in Berlin.
Die Special Olympics sind die größte Sport-Veranstaltung auf der Welt

für Menschen mit Lern-Schwierigkeiten und mehrfachen Behinderungen.

Du bist nicht nur DJ,
sondern auch Inklusions-Aktivist.
Das heißt: Du setzt Dich für Inklusion ein. Wofür willst Du eher bekannt sein?

Vor allem bin ich DJ.
Aber mir ist beides wichtig.
Als Aktivist spreche ich über Inklusion.
Ich gehe zu Veranstaltungen
und erzähle von meiner Arbeit als DJ.
Und ich erzähle, auf welche Barrieren ich stoße.

 

Ich finde:
Niemand kann sich über alles

gleichzeitig informieren.
Deswegen müssen wir Menschen mit Behinderungen die Aufklärungs-Arbeit leisten und mit-helfen,
dass alle Menschen uns besser verstehen.

Du berichtest von Barrieren
im Musik-Bereich.
Auf welche Barrieren stößt Du?

Wenn ich mich als blinder Musiker
für einen Auftritt bei einem Festival bewerbe, buchen die Veranstalter*innen mich oft nicht.

Ich glaube:
Manchmal liegt das daran,
dass ich blind bin.
Menschen sehen mich

oft nicht als Künstler.
Ein Problem ist:
Viele Menschen können sich gar nicht vorstellen, wie ich lebe und arbeite.
Sie können sich nicht mal vorstellen,
dass ich als blinder Mensch am Computer arbeiten kann.

 

Aber wenn Veranstalter*innen
mich als DJ buchen,
sind sie immer begeistert von meiner Musik. Ich finde es wichtig,
dass man Musiker*innen mit Behinderungen eine Chance gibt.

Was willst Du mit Deiner Musik erreichen?

Vor allem will ich Menschen
mit meiner Musik glücklich machen.
Und ich will Musik machen,
die Menschen in jeder Situation in ihrem Leben gerne hören.
In vielen von meinen Liedern

geht es um Wünsche.

Und jeder Mensch hat

irgendwelche Wünsche.

Welche Wünsche hast Du?

Ich würde gerne mal auf dem Tomorrowland spielen.

Das ist mein größter Traum.
Das Tomorrowland ist eines der größten Festivals für elektronische Musik

auf der ganzen Welt.

Und ich wünsche mir natürlich
mehr Verständnis und mehr Offenheit
für Menschen mit Behinderungen im Musik-Bereich.

Jemand wie ich soll als Künstler
die gleichen Chancen haben
wie jemand ohne Behinderungen.
Als Aktivist wünsche ich mir von Politiker*innen, dass sie weniger Geld beim Thema Inklusion kürzen.

Viele Menschen brauchen eher mehr Geld.
Zum Beispiel für Assistenz.
Damit wir genauso gut leben können
wie alle anderen Menschen.
Eine Behinderung kann ja jeden treffen.

Fragen von 

Nikolai Prodöhl

Fotografiert von

Sina Goeschen

In Leichter Sprache von

Kristina Kobl 

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